Max Uhlig

(* 1937 Dresden)

Das Werk Max Uhligs lebt aus den subtilen und variablen Qualitäten der Linie. Max Uhlig befreit die Linie von jeder darstellenden Funktionalität. Gleichwohl geht der betont aktionale Charakter seiner Linien nicht in willkürliche, tachistische Entfesselung über, sondern bleibt an den Formencharakter des Gegenstandes gebunden. Die Befreiung der Linie bei Max Uhlig führt in einen Grenzbereich, in welchem zeichnerische und malerische Qualitäten im Duktus der Hand, wechselseitig sich steigernd, ineinander übergehen. Linie und Form bilden gemeinsam die Basis seiner Kunst. Sie sind die Mittel, die die Dramatik seiner Bildsprache konstituieren, die polare Spannungen aufbauen, bündeln und schließlich austragen. Max Uhligs Malerei und Zeichenkunst ist neben dem Aufsuchen und Umsetzen rhythmischer Spannungen wesentlich von hart erkämpften Formfindungsprozessen bestimmt. Der Monate, oft Jahre währende Weg, etwa eine Baumkrone in einer spezifischen landschaftlichen Situation zu verfolgen, auf Elementarstrukturen hin zu durchdringen, zielt auf das Herauspräparieren einer für dieses Motiv letztgültigen Form.
Auf dieses Ziel hin, die kontemplativ erfasste, in der Exaltation des Malaktes neu erstehende Wahrhaftigkeit des einmaligen Motivs als repräsentative Aussage, als Wahrhaftigkeit der Form im Bild standhaft zu machen, arbeitet Max Uhlig – in einem durchaus auch physisch-konkreten Sinne – sich ab am sichtbaren Gegenüber. Formfindung heißt für den Künstler, die Geschlossenheit und Monumentalität der Form mit dem Ungreifbaren energetischer Bewegungsimpulse zu verknüpfen.
(Dieser Textauszug wurde erstmals im Katalog der Galerie Döbele Dresden, 2011 veröffentlicht. Siehe Publikationen)

Publikationen

Max Uhlig. Die Fenster der Johannis-Kirche / The Windows of the St. John's Church

Erschienen anlässlich der Fertigstellung der Glasfenster; ausführliche Einblicke in den Entstehungsprozess; 100 z.T. ganzseitige Farbabbildungen, mit Ausklapptafel; 23x28 cm

Autoren: Annegret Laabs; Matthias Flügge; Uwe Gellner

ISBN: 3777436577

Verlag: Hirmer Verlag GmbH

Medium: Hardcover

Maße: 23 x 28 cm

Abbildungen: 100

Seiten: 152

Preis: 29,90 €


Max Uhlig. Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz 2020

Festschrift anlässlich der Verleihung des Schmidt-Rottluff Kunstpreises an Uhlig; Hrsg. 'Stiftung zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz'; 179 Seiten, 31,5x23,5 cm

Autoren: Beiträge von 38 Laudatoren, darunter Hedwig Döbele

ISBN: 3981004086

Verlag: Verlag Kraussrheinhardt GmbH

Medium: Softcover

Maße: 31,5 x 23,5 cm

Sprache: Deutsch

Seiten: 179

Preis: 39,00 €


Max Uhlig. Vor der Natur gewachsen

Hochwertig gestalteter Katalog mit Schutzumschlag und 133 Abbildungen, erschienen anlässlich der gleichnamigen Ausstellung, 1.07. - 26.1.0. 2014, Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg; 23,5x27 cm

Autoren: Annegret Laabs; Ilka Rambausek; Uwe Gellner

ISBN: 3777422800

Verlag: Hirmer Verlag GmbH

Medium: Hardcover

Maße: 23,5 x 27 cm

Abbildungen: 133

Seiten: 168

Preis: 34,90 €


Max Uhlig. Aquarelle und farbige Zeichnungen aus drei Jahrzehnten

Katalog zur gleichnamigen Ausstellung bei Galerie Döbele Dresden, 17.04. - 02.07. 2011; mit 40 Farbabbildungen; 22x26 cm

Autoren: Renate Wiehager; Christian Gögger

ISBN: 3942422476

Verlag: Sandstein Verlag

Medium: Softcover

Maße: 22 x 26 cm

Sprache: deutsch

Abbildungen: 40

Seiten: 64

Preis: 10,00 €


Vita

23.06.1937
geboren in Dresden
1951 - 1954
Lehre als graphischer Zeichner und Schriftmaler
1954 - 1955
Schriftzeichner an der Technischen Universität Dresden
1955 - 1960
Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, hauptsächlich bei Hans-Theo Richter und Max Schwimmer
1961 - 1963
Meisterschüler bei Hans-Theo Richter an der Deutschen Akademie der Künste Berlin
1963
Heirat mit Annette Schäfer, drei Kinder
1964
freischaffender Künstler (Maler, Zeichner, Graphiker)
1966 - 1979
Nebentätigkeit als Handdrucker für Lithographie und Radierung, um den Lebensunterhalt zu sichern
1973 - 1984
Arbeitsaufenthalte in Mecklenburg (Lübkow, später Krukow bei Penzlin)
1979
Preis bei der Sixth British International Print Biennale, Bradford
1982 - 1988
Arbeitsaufenthalte in Deutschneudorf während der Sommermonate
1987
Käthe-Kollwitz-Preis der Deutschen Akademie der Künste Berlin
1989
Gastdozent an der Akademie für Bildende Künste in Nürnberg
1991
Gastprofessur an der Internationalen Akademie für Kunst und Gestaltung Pentiment, Hamburg

2. Preis der 21ª Bienal Internacional de São Paulo

1991 - 2011
jeweils im Herbst und Frühjahr Arbeitsaufenthalte in Südfrankreich
1992
Honorary Prize bei der 10. Norsk International Print Triennal, Fredrikstad, Norwegen
1995 - 2002
Professur an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Leitung einer Fachklasse für Malerei und Graphik
1995 - 1996
Berufung zum Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste
06.01.1996
Vernichtung zahlreicher Werke durch einen übergreifendenden Atelierbrand im Künstlerhaus Dresden-Loschwitz
1998
Verdienstorden des Freistaates Sachsen

Hans-Theo-Richter-Preis der Sächsischen Akademie der Künste

1999
Bildnis des Bundeskanzlers Gerhard Schröder

Preis bei der 1. Internationalen Biennale Neues Aquarell, Fulda

Heirat mit Angela Simon

2003
Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden
2005
Ehrengast der Deutschen Akademie Rom (Villa Massimo)

Kunstpreis der Künstler der Großen Kunstausstellung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Einladung von SanShang Art und Art Shanghai zu einem Arbeitssymposium in China

2006
Preis bei der 14th International Print Biennial Seoul
2007
mehrere Chinareisen
2009
Preis bei der 15th Space International Print Biennial Seoul
2011
Beginn des Projektes zur Gestaltung der gotischen Fenster der Johanniskirche Magdeburg im Rahmen des Wiederaufbaus
2014 - 2017
Ausführung der Malerei auf Glas für 14 Fenster der Johanniskirche in den Glasstudios Derix, Taunusstein
2018
Schenkung zahlreicher Kunstwerke sowie des Wohn- und Atelierhauses in Dresden an die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen zur Einrichtung einer internationalen Künstlerresidenz
2020
Einweihung der Glasfenster in der Johanniskirche Magdeburg
Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz

Ausstellungen