Josef Hegenbarth

(1884 - 1962)

„Ich kann nicht mit Worten reden, ich rede mit Pinsel und Feder.“ Mit wenigen Linien und Konturen gelang es Hegenbarth den Typus einer Person zu fassen. Ab 1950 malte er diese oft in einem Zug ohne die Feder oder Pinsel abzusetzen. Seine Motive griff er dabei aus der Alltagswelt, die er ab 1905 in seiner Wahlheimat Dresden fand. Außerdem tat er sich als Illustrator von literarischen Werken hervor. Beliebte Sujets waren zudem neben Cafés und Straßenszenen auch Tiere in Zirkus und Zoo. (EW)

LITERATUR: - Fritz Löffler, Josef Hegenbarth, Verlag der Kunst Dresden, 1980. - Josef Hegenbarth. Zuschauer der Lebens. Werke von 1915 bis 1962 im Grafischen Kabinett der Staatlichen Galerie Moritzburg Halle, hg.v. Bärbel Zausch, Halle (Saale) 1996.

Vita

1884
geboren in Böhmisch-Kamnitz
1905
Übersiedlung nach Dresden
1905 - 1908
Künstlerische Tätigkeit unter Anleitung seines Vetters Emanuel Hegenbarth, Tiermaler
1908 - 1915
Besuch der Kunstakademie Dresden
1913
erste Radierungen
1914
erste Einzelausstellung, in Dresden
1915
als freischaffender Künstler in Dresden
1917 - 1919
Aufenthalt in Prag, Konzentration auf Radierung und Zeichnung
1919
Rückkehr nach Dresden, Atelier im Künstlerhaus in Loschwitz
1920 - 1936
Teilnahme an den Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, dann wieder ab 1951
1925
Intensivierung der Ölmalerei
1926
Mitglied der Wiener Sezession
1936
Heirat mit Johanna Aster (1897-1988)
Diffamierung in NS-Wochenzeitung
1943 - 1945
Aufenthalt in Böhmisch-Kamnitz; Verlust eines großen Teils des Lebenswerks
1945
Rückkehr nach Dresden
Mitarbeit an der Zeitschrift "Ulenspiegel"
1947 - 1949
Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden
1952
zahlreiche Ausstellungen, u.a. Kunsthalle Bremen, Kunstverein Karlsruhe, 2. Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes, Dresdner Buchkunst-Ausstellung Leipzig
1954
Verleihung des Nationalpreises der DDR
Ausstellungen in Staatlichen Kunstsammlungen Dressden, Kunsthalle Mannheim, Wilhelm-Busch-Museum Hannover
1955
Korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie der Künste Berlin
1956
Außerordentliches Mitglied der Akademie der Künste Berlin-Dahlem
1957
Rückgabe eines Teils des Lebenswerkes durch die Regierung der Tschechoslowakischen Republik
Mitherausgeber der Zeitschrift Kunst und Kirche
1958
Preis für Bildende Kunst des Verbandes der Deutschen Kritiker e.V. Westberlin
1960
Mitglied der Akademie der Schönen Künste in München
1962
gestorben in Dresden