Kurt Günther

(1893 - 1955)

Kurt Günther gilt neben Otto Dix, mit dem er befreundet war, als bedeutendster Vertreter des sozialkritischen Realismus und der Neuen Sachlichkeit in Thüringen. Doch auch wenn beide stilistisch ein Verismus höchster Qualität eint, so haben Dix und Günther durchaus sehr verschieden Antrieb für ihren künstlerischen Ausdruck. Während Dix ein aggressiv brutales Porträt der Weimarer Republik mit all seinen Ambivalenzen zeichnet liegt Günthers künstlerischer Mittelpunkt in der Auseinandersetzung mit dem anderen Geschlecht. Als triebhaftes Wesen ist er dem „Weib“ verfallen. In der Darstellung des weiblichen Körpers findet er einen Ausdruck für seine innere Haltung, die im Gegensatz zu Dix, dem Leben mit all seinen Widersprüchen zugewandt ist. (ED)

Vita

1893
geboren in Gera
1909
Ausbildung zum Lithografen im väterlichen Betrieb, privater Zeichenunterricht
1910 - 1913
Studium an der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe Leipzig (heute HGB), Abbruch wegen schwerer Nervenkrankheit
1913
Studium an Dresdner Kunstgewerbeschule
1914
Wechsel an Königliche Akademie der Bildenden Künste zu Dresden
1914 - 1917
Militärdienst, Entlassung wegen Lungen-Tuberkulose
1919
Wegen gesundheitlichen Problemen in Davos, Schweiz, lernt Ernst Ludwig Kirchner kennen
Fortsetzung des Studiums in Dresden, Freundschaft mit Otto Dix
1920
Mitglied der Dresdner Dada-Gruppe
1921
Austritt aus Akademie, Aufenthalte in Prag, Heirat mit Malerin Viola Schulhoff, 1924 Scheidung
1926
Sanatoriums-Aufenthalt wegen Lungenerkrankung
Mitbegründer des spät-dadaistischen Vereins "pro - pro - bru"
1927
Vorsitz des Künstlerbundes Thüringen
1928
Ankäufe durch die Stadt Gera
1929 - 1930
Aufenthalt in Paris, Aktstudien an Akademie de la Grande Chaumiere
1932
Heirat mit Maria Fock
1937
Diffamierung durch Ausstellung "Entartete Kunst"
1945
Tätigkeit als Volksschullehrer
1946
Ernennung zum Professor
1955
stirbt in Stadtroda, Beisetzung in Gera