Ralf Kerbach

(* 1956)

Ralf Kerbach ist ein Einsiedler, der Modi von Suche und Führung projiziert. Zum inhaltlichen Repertoire zählen Bildmodelle der Selbst(er)findung und Verantwortung, angelegt als kämpfte der Künstler nicht für, sondern gegen etwas, mit Ungeduld und Konsequenz, welche die Infragestellung des Selbst einschließt – gerade so, als wäre ein kurzer Moment der (Auf-)Klärung nur unter Schmerz zu haben. Sollte die wirkliche Welt zu komplex und Rückzug die einzig naheliegende Antwort sein, hingen Kerbachs gemalter Widerstandsgesten freilich immer noch intensiv und warnend im Museumsraum als Altarbilder der ständigen Überbietung.
(Christoph Tannert in: Malströme. Kerbach - Leiberg - Scheib - Schleime - Stangl, Ausstellungskatalog Mannheimer Kunstverein 2017)

Vita

1956
geboren in Dresden
1977 - 1979
Studium an der Hochschule der bildenden Künste Dresden bei Gerhard Kettner
1982
zur Ausreise gezwungen, Übersiedlung nach West-Berlin; Arbeitsstipendium des Senators für kulturelle Angelegenheiten
1986 - 1987
Stipendium in Olevano
1988
längere Aufenthalte in Paris
1988 - 1990
Arbeit im Atelier in Val Quieres bei Montpellier
1991
Stipendium der Deutsch-Brasilianischen Sommerakademie in Joáo Passoa/Paraiba, Brasilien
1992
Professor für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
2010
Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste